Hallenheizung: Sanierung oder Austausch

Die Modernisierung von Hallenheizungen ist entscheidend, um Kosten zu senken, regulatorische Risiken zu vermeiden und Logistikhallen zukunftssicher sowie wettbewerbsfähig zu halten.

Hallenheizung: Möglichkeiten bei Sanierung oder Austausch in Lagerhallen und Logistikhallen

Zahlreiche Lager-, Logistik- und Produktionshallen aus älteren Baujahren stehen heute vor einer grundlegenden energetischen Herausforderung – besonders im Bereich der Heizung. Ein großer Teil des Bestands in Deutschland stammt aus einer Zeit vor der ersten Energieeinsparverordnung. Entsprechend ineffizient sind viele dieser Gebäude gebaut worden.

Neben ungedämmter Fassaden und Dächern fallen vor allem die veralteten Heizsysteme ins Gewicht. Mit einer sinnvollen Heizungssanierung könnten laut einer Untersuchung zur energetischen Sanierung von Hallen* rund 62% Energie eingespart werden. Häufig sind noch überdimensionierte, fossil betriebene Anlagen im Einsatz, die große Hallenvolumen ungleichmäßig und mit hohen Verlusten beheizen. Fehlende Zonierung, ineffiziente Wärmeverteilung und mangelnde Regelungstechnik führen dazu, dass Energie buchstäblich „verheizt“ wird – mit entsprechend hohen Betriebskosten.

Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und verschärfter Klimavorgaben wird die Modernisierung dieser Heizsysteme zu einem, wenn nicht gar zu dem zentralen Hebel bei der energetischen Sanierung.

Wir versuchen im nachfolgenden Beitrag die Fragen zu klären, welche Heizmethoden bei einer Sanierung sinnvoll sind und worauf man beim Kauf achten sollte.

Quelle: DENA GEBÄUDEREPORT 2026

Was macht Logistik- und Lagerhallen so besonders?

Eine Logistikhalle ist alleine schon architektonisch eine besondere Herausforderung für eine Heizung. Sie hat ein großes Luftvolumen, Deckenhöhen zwischen 7 und 12 Metern und viele Toröffnungen, die abhängig vom Warenumschlag häufig geöffnet werden. Hinzu kommt der Bedarf nach unterschiedlichen Heizzonen, damit einzelne Nutzungsflächen, z.B. Kommissionierbereiche, effizienter geregelt werden können.

Merkmale,die auch heute noch gelten. Der Umstieg auf moderne Heizlösungen kann neben Einsparpotenzialen und Reduzierung von CO₂-Ausstoß also auch Komfortmerkmale beinhalten.

Wer sollte über Tausch oder Sanierung nachdenken?

Alte Heizsysteme arbeiten oft ineffizient und verursachen unnötig hohe Energieverluste. Moderne Systeme nutzen Energie deutlich gezielter und mitunter auch regenerativ. Zudem erhöhen strengere Vorschriften im Rahmen der Energiewende (z. B. Gebäudemodernisierungsgesetz GMG) den Druck auf Unternehmen, ihre Heizsysteme zu modernisieren. CO₂-Bepreisung macht fossile Energieträger zunehmend teurer.

Auch im Hinblick auf die Erfüllung von ESG-Kriterien und Kundenanforderungen stehen Unternehmen stärker in der Verantwortung, ihre CO₂-Emissionen zu reduzieren.

Grundsätzlich sollten alle Betreiber von Logistik- und Industriehallen ihre Heizsysteme prüfen, wenn:

  • die Anlage älter als 15–20 Jahre ist
  • hohe Energiekosten anfallen
  • ungleichmäßige Temperaturen in der Fläche oder Höhe in der Halle auftreten
  • Mitarbeiter unzufrieden mit der Hallentemperatur sind
  • Wartungskosten oder Reparaturen zunehmen
  • gesetzliche Anforderungen mittelfristig nicht mehr erfüllt werden

Auch bei geplanten Umbauten, Erweiterungen oder Nutzungsänderungen ist der richtige Zeitpunkt, über eine Modernisierung nachzudenken.

Welche Einsparpotenziale sind zu erwarten?

Einsparpotenziale gibt es sowohl bei den Energiekosten als auch bei den Reparatur- und Wartungskosten.

Die konkreten Energiekosten-Einsparungen hängen stark vom Gebäudekörper, dem Luftwechsel, der Nutzung und dem vorhandenen Heizsystem ab. Überschlägig kann man von folgenden Richtwerten ausgehen:

Baujahr Hallengebäude zwischen 1980 und 1995

  • Energieeinsparung: 35–50 %
  • CO₂-Reduktion: bis zu 60 % bei Umstieg auf erneuerbare Systeme
  • Kosteneinsparung: ca. 35–48 % jährlich

Baujahr Hallengebäude zwischen 1995 und 2010

  • Energieeinsparung: 20–40 %
  • CO₂-Reduktion: bis zu 50 % bei Umstieg auf erneuerbare Systeme
  • Kosteneinsparung: ca. 10–35 % jährlich

Die Einsparungen bei den Wartungs- und Reparaturkosten sind immer dann besonders hoch, wenn es sich bei dem alten Heizsystem um ein zentrales Heizsystem handelt.

Quelle: DENA GEBÄUDEREPORT 2026

Welche Heizungen haben ausgedient?

Einige Systeme gelten heute als nicht mehr zeitgemäß:

  • Alte Öl- oder Gasgebläseheizungen mit hohem Verbrauch
  • Ungeregelte Warmluftsysteme ohne Zonensteuerung oder Brennwertnutzung
  • Heizsysteme ohne Wärmerückgewinnung
  • Anlagen mit schlechter Luftverteilung und hohen Wärmeverlusten unter dem Hallendach

Diese Systeme verursachen nicht nur hohe Kosten, sondern bieten oft auch geringen Komfort.

Quelle: BAFA 2024c, BMWK 2024

Welche Heizungsmöglichkeiten eignen sich bei Sanierung einer Logistikhalle?

Wir beschreiben ausdrücklich den Sanierungsfall und nicht den Neubau. Damit berücksichtigen wir die Heizmöglichkeiten über eine Fußbodenheizung oder Betonkernaktivierung aus Wirtschaftlichkeitsgründen nicht.

Moderne Hallenheizungen bieten eine Vielzahl an Optionen. Aufgrund der Deckenhöhe und des baukörperbedingten höheren Luftwechsels , sind bei der Sanierung direkte Wärmeübertrager und Infrarotsysteme immer noch erste Wahl.

1.   Elektro-Strahler

Alle, die eine eigene PV-Anlage haben, sollten mit den relativ neuen, vollumfänglich industrietauglichen Elektrostrahlern planen. Die Geräte verbinden die Vorteile und Effizienz der Infrarotwärme mit dem sauberen Energieträger Strom.

Merkmale von Elektrostrahlern:

  • Direkte Erwärmung von Flächen und Personen
  • Zonen- bzw. Arbeitsplatzbeheizung möglich
  • Keine Luftbewegung zum Wärmetransport
  • Schnelle Aufheizzeit
  • CO2-neutral bei Nutzung des eigenen PV-Stroms
  • Geeignete Stromanbindung bei großen Hallenflächen nötig
  • Geräuschlos – in der Halle und außerhalb des Gebäudes

2.   Dunkelstrahler / Hellstrahler (Gas-Infrarotheizung)

Der effiziente Klassiker unter den Industrieheizungen hat sich auch in Logistikhallen bewährt und ist bereits in vielen alten Gebäuden vorhanden. Die Geräte neueren Datums sind allerdings um ein Vielfaches effizienter und energiesparender. Als „Plug and Play“ Lösung lassen sich beim 1zu1 Tausch vorhandene Gasleitungen und Dachdurchbrüche nutzen.

Merkmale von Gas-Infrarotstrahlern:

  • Energiesparend
  • Nutzung von Erd- oder Flüssiggas (herstellerabhängig: 100% Wasserstoff)
  • CO2-neutral bei Nutzung von grünem Wasserstoff
  • Direkte Erwärmung von Flächen und Personen
  • Zonen- bzw. Arbeitsplatzbeheizung möglich
  • Keine Luftbewegung zum Wärmetransport
  • Schnelle Aufheizzeiten
  • Schnelle und preiswerte Installation bei 1zu1 Tausch
  • Stufenlos regelbar (herstellerabhängig)
  • Abgasführung und Schornsteinfegerabnahme nötig

3.   Gas oder Elektro-Warmluftheizungen (dezentral)

Mit Gas befeuert ebenfalls ein Klassiker und in alten Hallen vielfach im Einsatz, ebenso Warmwasser geführte, zentrale Systeme. Letztere sind sehr träge in den Aufheizzeiten und bergen immer das Risiko von Leckagen. Sinnhaft ist es bei der Sanierung nur dezentrale Systeme einzuplanen. Der Trend hin zu Elektro-Warmlufterzeugern spiegelt den Trend zu fossilfreien Heizlösungen wider.

Merkmale von Gas- und Elektro-Warmlufterzeugern:

  • Wärmetransport über Luftbewegung
  • kombinierbar mit Lüftungssystemen
  • nur bedingte Zonenbeheizung möglich
  • optional als Gas-Brennwertgeräte verfügbar
  • Elektro Warmlufterzeuger: CO2-neutral bei Nutzung des eigenen PV-Stroms
  • Elektro Warmlufterzeuger: langsamere Aufheizzeiten
  • Elektro Warmlufterzeuger: Keine Abgasführung notwendig
  • Preiswerte Heizlösung

 4.   Wärmepumpen (Luft/Luft)

Im Logistikneubau sind Wärmepumpen nicht mehr wegzudenken. Über 80% aller Neubauten werden mit Wärmepumpensystemen realisiert. Ihr unschlagbarer Vorteil ist die Nutzung kostenloser Umweltwärme. Wärmepumpen wandeln das 3- bis 4-Fache des eingesetzten Stroms in Wärmeenergie um. Dies führt zu geringeren Heizkosten, insbesondere wenn sie mit günstigem Strom oder Strom aus eigener Photovoltaik betrieben werden. Da die Grundinvestition hoch ist sollte der ROI genau berechnet werden. Luft-Wasser-Wärmepumpen lassen wir aufgrund der ungleich höheren Grundinvestition bei unserer Betrachtung außen vor.

Merkmale von Wärmepumpen:

  • Nutzung von kostenloser Umweltenergie
  • Heizen und Kühlen möglich
  • Übertragung der Wärme- und Kälteenergie über Luft
  • Keine lokalen Emissionen
  • Nutzen erneuerbare Energiequellen
  • Ideal in Kombination mit eigenem PV-Strom
  • Förderfähig
  • Kann als Hybrid-Heizung ausgeführt werden

Welche Vorteile können hybride Heizkonzepte bieten?

Hybride Systeme kombinieren die Vorteile aus mehreren Heiztechnologien und sind besonders attraktiv für Bestandsgebäude, in denen ein kompletter Umstieg auf ein regeneratives System schwierig oder teuer wäre.

Eines der derzeit gängigsten ist: Wärmepumpen mit Elektrostrahler. Während die Investition einer Wärmepumpen-Heizung alleine sehr hoch wäre, kann man mit einer intelligenten Kombination mit Elektrostrahlern die Kosten um rund 40% reduzieren, aber dennoch ökologisch heizen. Vorteil: Die Wärmepumpe heizt genau an den Wintertagen, an der sie am effektivsten ist und überlässt die Spitzentemperaturen an extrem kalten Tagen den elektrischen Infrarotstrahlern.

Für Sanierungsprojekte hat sich allerdings die hybride Kombination aus Wärmepumpen und Gasinfrarotstrahler herauskristallisiert. Vielfach schätzt man die schnelle Verfügbarkeit der Wärme und die preiswerten Energiepreise von Gas.

Vorteile im Überblick:

  • Geringere Investitionskosten als 100%ige Wärmepumpenlösungen
  • Nutzung von kostenloser Umweltenergie
  • Kühlen möglich
  • Nutzt überwiegend erneuerbare Energiequellen
  • Ideal in Kombination mit eigenem PV-Strom
  • Hohe Flexibilität: Betrieb je nach Energiepreis oder Außentemperatur
  • Versorgungssicherheit: Redundanz bei Ausfall eines Systems
  • Optimierter Heizkomfort: Anpassung an unterschiedliche Hallenbereiche
  • Niedrige Heizkosten

Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Für die Modernisierung von Heizsystemen stehen verschiedene Förderprogramme zur Verfügung, müssen im Bedarfsfall aber immer vor der Auftragsvergabe individuell durch einen Berater geprüft werden. In Abhängigkeit von den Abrufen und der Anzahl genehmigter Förderanträge im laufenden Abrechnungsjahr können Förderbudgets ausgeschöpft sein. In diesem Fall besteht dann kein Anspruch auf Fördergeld.

Wir raten daher immer einen Experten hinzuzuziehen, frühzeitig.

Mögliche Förderprogramme gibt es über:

  • Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
    Zuschüsse und Kredite für energieeffiziente Maßnahmen
  • KfW-Förderprogramme
    Finanzierung und Tilgungszuschüsse
  • BAFA-Förderung
    Unterstützung für erneuerbare Energien und Effizienzmaßnahmen

Gefördert werden unter anderem:

  • Wärmepumpen
  • hybride Heizsysteme
  • effiziente Verbesserung bestehender Anlagen
  • Gebäudeautomation und Steuerungstechnik

Quelle: KfW 2024, Arepo-Consult 2023

 

Fazit

Die Sanierung oder der Austausch von Hallenheizungen in Logistikhallen ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern eine strategische Entscheidung. Ohne eine zeitnahe energetische Ertüchtigung, insbesondere im Bereich der Wärmeversorgung, drohen nicht nur steigende Betriebskosten, sondern auch regulatorische Risiken, Wertverluste und eine sinkende Vermietbarkeit. Wer jetzt nicht investiert, riskiert zudem, dass Immobilien auf dem Weg zur Dekarbonisierung frühzeitig an Marktattraktivität verlieren und im schlimmsten Fall „stranden“. Steigende Energiepreise, gesetzliche Anforderungen und Nachhaltigkeitsziele machen moderne Heizlösungen nahezu unverzichtbar.

Unternehmen profitieren dabei mehrfach: durch geringere Kosten, höhere Effizienz und eine zukunftssichere Infrastruktur. Besonders hybride Konzepte bieten einen pragmatischen und wirtschaftlichen Einstieg in die Energiewende – ohne sofort alles ersetzen zu müssen.

Wer frühzeitig handelt, sichert sich nicht nur Fördermittel, sondern auch einen klaren Wettbewerbsvorteil.

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